guten tag

zurueck

copyright by altbasel.ch


fragen zum alten basel


Der Affenbrunnen auf dem Andreasplatz


Frau W. / 15.Januar 2005:

Ihre Website finde ich total interessant und ich habe lange darauf herumgesurft. Nun arbeite ich an einem Projekt für die Schule und suche Informationen zum Andreasplatz oder genauer über den Affen auf dem Affenbrunnen. Woher kommt der und warum gerade ein Affe in Kleidern und am Trauben essen?


Antwort von altbasel.ch:

Wenig kann ich Ihnen über die Bedeutung der Affenskulptur auf dem Brunnen auf dem Andreasplatz sagen, bloss dass sie eine Kopie von 1916 ist, und dass der Originalaffe aus dem 17.Jh stammte. Ein Affenbrunnen wird schon für 1393 am Spittelsprung (heute Münsterberg) beim alten Spital genannt. Er wurde vermutlich 1585 abgebrochen.

Es ist möglich dass nach dem Abbruch eine Affenfigur vom Brunnenstock zum Aeschenvorstadtbrunnen an der Ecke Aeschenvorstadt/Elisabethenstrasse versetzt wurde. Vielleicht schuf man im Gedenken an den alten Affenbrunnen auch einen neuen mit neuer Affenfigur. Um 1657 taucht jedenfalls der Name "Affenbrunnen" im Zusammenhang mit einem Brunnen an dieser Stelle auf.

Der Brunnen entstand im 17.Jh, wie wohl auch der Originalaffe vom Andreasplatz. Das legt die Vermutung nahe, dass der Brunnen mit der Skulptur vom Andreasplatz gemeinsam entstanden. Der Affe sass noch bis 1838 auf seiner Säule in der Aeschen, bevor auch dieser Brunnen abgebrochen wurde. Stattdessen entstand ganz in der Nähe ein Brunnen direkt an einer Hauswand.

Auf einer achteckigen Säule sass der Affe auf diesem Brunnen, der nun Affenbrunnen hiess. Der Trog des Brunnens wurde um 1860 als zu gross erachtet und durch einen kleineren ersetzt. Der alte Trog wurde an die Petersgasse versetzt. 1866 änderte man den Brunnen erneut ab und der Affe auf seiner Säule verschwand. Im Jahr darauf entstand der Brunnen auf dem Andreasplatz.

Auf die Säule des Brunnen setzte man nun die Affenskulptur vom alten Brunnen aus der Aeschenvorstadt. Im Jahr 1895 wurde die Affenskulptur versehentlich beschädigt und verlor einen Arm. 1909 wurde angeregt, die brüchig gewordene Figur durch eine Kopie zu ersetzen. Schliesslich schuf Jean Hym 1916 die Kopie von heute, während der Originalaffe ins Historische Museum wanderte.

Das Motiv des bekleideten Affen der Früchte isst geht also ganz sicher ins 17.Jh zurück. Dunkel bleibt dabei die Bedeutung.


Nachtrag 3.Mai 2005 von Herrn Hannes Schibli:

Justament vis-à-vis dem Andreasplatz im Gifthüttli bin ich aufgewachsen. Unser Spiel- und Aufenthaltsort Ende der 40er Jahre war der Platz mit der alten Linde, den abgestellten Marktwagen, dem Tiermarkt jeweils am Donnerstag, dem alten Velohändler, den vielen Verstecken ringsum in den Hinterhöfen und -gassen und selbstverständlich dem Affenbrunnen.

Wir liebten den Affen da oben auf dem Sockel. Wir liebten ihn so sehr, dass wir eines Regentages die Idee hatten, dem Affen einen alten Schirm geöffnet an seinen rechten Arm zu binden. Wir freuten uns allerdings nur kurz. Der respekteinflössende Stroosseputzer wollte partout, dass wir den Schirm nullkommabletzlig runterholten. Das taten wir trotzig nicht.

Darob aufgebracht machte sich der Mann mit rotem Kopf daran, die festgezurrte Schnur zu lösen. Die Schnur hielt dem wilden Ziehen und Zerren stand. Doch der Schirm kam trotzdem aabe, allerdings zusammen mit dem abgebrochenen, sandsteinigen Arm mit Frucht. Fazit: Meine damaligen Freunde begleiteten mich drei freie Nachmittage in die Milchsuppe, um zur Strafe Gemüse zu putzen.


le_stab

zurück