guten tag

zurueck

copyright by altbasel.ch


fragen zum alten basel


Baden im alten Basel


Frau S. / 04.Februar 2005:

Besteht die Möglichkeit, Informationen über Badhüsli, öffentliche Bäder und ähnliches zu erhalten?


Antwort von altbasel.ch:

Das Baden zu Basel tritt erstmals urkundlich im Jahr 1033 zur Siftung der Kirche St.Leonhard in Erscheinung. Die Rede ist da von sieben Jucharten Land "zem Bade" in Allschwil. Etwas detailreicher taucht 1287 der am Kohlenberg wohnende "Wernli der Bader" auf, also ein Mann der eine Badestube unterhielt. Acht Jahre später wird ein Badstuber namens Martin genannt. Er erhielt zu Erbrecht 1296 von der Agnes zer Sunnen eine Badstube an der heutigen Schneidergasse.

Das Quartier der Krämer um den Andreasplatz war ein guter Nährboden für Badstuben, denn sie konnten ihr Wasser von einer Quelle beziehen die am heutigen Imbergässlein entsprang. Alleine im Umfeld der heute verschwundenen Kapelle auf dem Andreasplatz gab es 1407 mindestens drei Badstuben. Man unterschied zwischen öffentlichen Bädern und solchen für den privaten Gebrauch. Um die kommerziellen Badstuben zu schützen durften letztere nicht vermietet werden.

Bader in der Zunft zum Goldenen Stern

Nicht nur reiche Bürger verfügten über private Bäder, auch einige Klöster wie jenes von St.Clara hatten ein eigenes Bad. Nebst den Quellen waren auch der Birsig, der Rümelinbach oder die Kleinbasler Kanäle begehrte Wafferlieferanten für Bäder, die sich naturgemäss in der Nähe dieser Gewässer ansiedelten. Die Bader waren der Zunft zum Goldenen Stern unterstellt und berührten mit ihrem Gewerbe auch den Bereich des Medizinischen.

In den Bädern suchte man nämlich oft nicht nur Reinigung sondern Linderung von Leiden aller Art, etwa bei einem Kräuterbad. Auch Wundbehandlung wurde vom Bader praktiziert, und man konnte sich auch Massiern, Entlausen oder die Haare schneiden lassen. Ferner gab es "Behandlungen" die eher im Bereich der Vergnügungen einzuordnen sind, denn vielfach sassen Männer und Frauen gemischt im heissem Dampf nackt beieinander, was zuweilen etwas ausuferte.

Vom Ursprung des "Neubad"

Bäder gab es auch um Basel herum, so wird etwa in Riehen 1533 an der Schmiedgasse eine Badestube erwähnt. Im 17.Jh pflegte man zu Gundeldingen im Weiher beim Anwesen von Franz Plattner zu baden. Dem Wasser sagte man heilsame Kräfte nach und 1704 entdeckte man zwei eisenhaltige Sauerquellen ganz in der Nähe. Eine andere Mineralquelle wurde 1742 nahe des Allschwiler Weihers gefunden. 1762 wurde dort das "Neue Bad" erbaut, woran der Name Neubad erinnert.

Heilkraft sagte man auch dem Wasser des Clarabads nach, welches 1824 Johann Caspar Mähly an der heutigen Clarastrasse am Riehenteich ausbauen liess. In den 1830er Jahren kamen gar Kurgäste aus der ganzen weiteren Region hierher zum Baden. Rund 100 Jahre nach Mählys Ausbau war es aber vorbei mit dem heilsamen Wasser, denn die Färbereien am Riehenteich machten mit ihren flüssigen Abfällen aus dem Wasser eine Jauche in der niemand gerne badete.

Schwimmen lernen im Rhein

Dass es nützlich ist Schwimmen zu können, war im 19.Jh auch der Gesellschaft zur Förderung des Guten und Gemeinnützigen GGG klar. Eine Schwimm- und Badeanstalt am Rhein sollte in diese Richtung wirken. So entstand das 1831 eröffnete "Pfalzbadhysli" zu Füssen des Münsters. Bereits in der ersten Saison übten sich 75 Schüler unter dem scharfen Auge von Schwimmlehrer Wermuth im Schwimmen. Für die Basler Frauen baute die GGG 1847 nebenan eine spezielle Badeanstalt.

Die beiden Badeanstalten mussten neu erstellt werden, nachdem sie 1876 und 1877 bei Hochwasser erheblich Schaden genommen hatten . Es entstanden am Rhein bald weitere Badeanstalten, so 1887 jene zu St.Johann und 1898 jene zu St.Alban. Sieben Jahre zuvor war ein privates Gesuch um eine Anstalt für St.Alban noch mit dem Hinweis zurückgewiesen worden, dass es für die Bewohner des Quartiers genügend Gelegenheiten zum Baden im St.Alban-Teich gebe.

Zur Jahrhundertwende gab es in der Schwimmschule im Pfalzbadhysli vier Lehrer, die für eine Flasche Wein oder ein Päckli Stumpen der Jugend das Schwimmen beibrachten. Bis hinaus auf die Pfalz hätte man damals die Anweisungen der Lehrer gehört, etwa: "Mit de'n Arme ummefahre!". Diese Grössen der Basler Schwimmpädagogik waren da die Brüder Schangi und Hämmi, der angejahrte Heiri und Gusti der sich durch einen prägnanten roten Schnauz auszeichnete.

Brause-, Hallen- und Gartenbäder

Das Bad an der Pfalz wurde gemäss Beschluss des Grossen Rats 1961 geschlossen und abgebrochen. Damals war es 95 Jahre her, seit die Stadtgemeinde und die GGG an der Binningerstrasse die erste öffentliche Bad- und Waschanstalt eröffneten. 1889 wurde im Bläsischulhaus das erste Brausebad (Dusche) für Schulen eingerichtet. Weitere Brausebäder folgten 1901 am Spalenring (Tramstation Brausebad!) und am St.Johannsplatz neben dem Tor im Jahr 1906.

Das erste Basler Hallenbad wurde um 1907 geplant und sollte direkt neben der Wettsteinbrücke im gleichnamigen Park erbaut werden. Das Vorhaben scheiterte weil es Basel an den nötigen Finanzen fehlte. Erst 1934 konnte mit dem Rialto das erste Hallenabd der Stadt seine Tore öffnen. Mit dem Eglisee wurde 1931 das erste moderne Gartenbad eröffnet, dem 1955 das "Joggeli" bei St.Jakob folgte.


le_stab

zurück