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Prosper Nepomuk Glucker - was hat er erfunden?


Frau B. / 21.01.2008:

Ich möchte gerne wissen, was Prosper Nepomuk Glucker erfunden hat. Am Heuberg Nr.34, seinem damaligen Wohnhaus, ist eine kleine Tafel angebracht. Dort steht er habe etwas erfunden, jedoch steht nicht was er erfunden hat. Bis anhin glaubte ich eine Gluggerbahn. Dies ist aber ziemlich sicher falsch. Da ich im Internet auf Ihre unglaublich interressante Seite gestossen bin und schon sehr viele Stunden mit lesen verbracht habe, dachte ich mir, dass Sie mir vieleicht weiterhelfen können. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und bedanke mich schon jetzt für Ihr Suchen. Mit lieben Grüssen.


Antwort von altbasel.ch:

Nach langem und wenig ergiebigem Forschen bin ich zum Schluss gekommen dass diese Tafel ein Scherz für Insider ist. Ich glaube nicht dass dort ein Mann dieses Namens im 18.Jh wirklich etwas bahnbrechendes erfunden hat. Man darf sich fragen wieso Jahr und Datum (Lichtmess, also heute 2.Februar) angegeben sind, aber die sensationelle Erfindung auf der Gedenktafel verheimlicht wird. Immerhin bin ich anderorten auf den Namen gestossen.

Das Informationsblatt für Staatsangestellte Pibs erwähnte 1980 in einem Beitrag über die Unterdrückung der Gartenzwerge Prosper Nepomuk Glucker, der es angeblich vor mehr als 250 Jahren vollbracht habe den Warmblut-Gartenzwerg zu züchten. Dies sei ihm erst nach jahrzehntelanger Forschung und vielen Rückschlägen gelungen. Ich vermute stark, dass die Gedenktafel aus dem Umfeld dieses "Gartenzwergzirkels" stammt.

Weder der Geschlechtsname Glucker noch der Hausname Gluggerturm haben etwas mit einer Gluggerbahn zu tun. Vielmehr geht der Hausname ziemlich sicher auf einen Besitzer des 15.Jh zurück. Das historische Grundbuch im Staatsarchiv weiss von einem ehemaligen Nebenhaus, welches im 16.Jh in der heutigen Hausnummer 34 aufging, zu berichten dass es um 1485 Hans Glockler (um 1500 auch "Glögeli" genannt) und seiner Frau Agnes gehört habe.

Die Liegenschaft Gluggerturm mit der alten Hausnummer 432 hat also einst eher Glocklerturm geheissen und ist meiner Ansicht nach nicht die Geburtsstätte des warmblütigen Gartenzwergs. Aber wahrscheinlich bot der Hausname einen phonetisch passenden Hintergrund für die Gedenktafel, die dadurch plausibler erscheint als sie wohl ist.

Wenn natürlich ein Besucher von altbasel.ch mich überzeugend eines Besseren belehren kann, dann bin ich offen für weitere Theorien zu Prosper Nepomuk Glucker und seiner geheimnisvollen Erfindung.


Literatur:

Dr.Siegfried Scheuring, Gegen die Unterdrückung der Gartenzwerge, publiziert in PIBS (Personal Informationen Basel-Stadt) - Informationsblatt für alle Mitarbeiter von Basel-Stadt, Juni 1980 Nummer 27, Seite 5

Historisches Grundbuch der Stadt Basel, Heuberg, alte Nummer 432 neue Nummer 34 (bis 1521 Nebenhaus zwischen Nr. 34 und 36), einzusehen im Staatsarchiv Basel-Stadt

le_stab

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