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fragen zum alten basel


Reithalle der alten Kaserne


Frau H. / 19.Mai 2005:

Ich bi uf dr Suechi nach Informatione vom Ritstall, Kaserne Basel. Was do sich friener abgspielt het mit de Pfärd und so.


Antwort von altbasel.ch:

Da wo heute die alte Reithalle der Kaserne liegt, war früher der Garten des Frauenklosters Klingental. Dieser Garten lag direkt an der Stadtmauer von Kleinbasel die um 1278 eigens für das Kloster erweitert wurde. Reste dieser Mauer, direkt unter der Reithalle, wurden übrigens bei Ausgrabungen im Jahr 2001 entdeckt. Das Kloster war nach der Reformation aufgehoben worden - man nutzte es für profane Zwecke. 1804 übernahm der Kanton den Klosterkomplex und die Kirche.

Militärische Ställe gab es bereits 1799 im Erdgeschoss der Kirche. Mit der Übernahme durch die Stadt fünf Jahre später, wurde der grösste Teil des Klosters mit Kirche als Kaserne genutzt. Man benutzte nun die Bezeichnung "Städtisches und Kantonales Klingental". Das heutige Kleine Klingental wurde ab 1805 nicht vom Militär sondern vom Armenkollegium belegt. Damals gab es bei der heutigen Reithalle nur die Stadtmauer und eine Kapelle des ehemaligen Klosters.

Entlang dieser Stadtmauer (der Namen Klingentalgraben deutet noch an, wo früher der Stadtgraben vor der Mauer verlief) wurde 1819 eine Reitschule erstellt. Daneben kamen dann 1825 Stallungen der Basler Kavallerie. Als 1860/63 anstelle der alten Klosterbauten eine zeitgemässe Kaserne durch den Architekten J.J.Stehlin erbaut wurde, kamen die Stallgebäude des Militärs an die selbe Stelle, wo sie schon waren als noch das Kloster als Kaserne diente.

Fast der ganze Flügel am Klingentalgraben wurde vom Militär für Stalleinrichtungen genutzt. Nur der Kopf des Baus an der Klybeckstrasse diente als Feuerwehrmagazin. In der Mitte lag die Reithalle, wo im Überdachten das Reiten geübt wurde. Flankiert war die Halle beidseitig von zwei Ställen für je 80 Armeepferde. Neben diesen Ställen (direkt an den Flügel am Rhein und an das Feuerwehrmagazin anstossend) lagen zwei Stallhöfe und der Stall für Offizierspferde sowie der Krankenstall.

Zwar hatte Basel mit seiner Guidenkompanie 3 eher wenig Kavallerie, aber die Kaserne war ja auch gedacht für 2 Batterien Artillerie, und diese brauchte zum ziehen der Geschütze auch Pferde. Zudem waren damals auch Offiziere der Infanterie (Fusstruppen) beritten, so brauchten auch diese Pferde eine Unterkunft. Dies zeigt, wieso ein so grosser Gebäudeflügel wie jener am Klingentalgraben nur für die Pferde und ihre Pflege reserviert war.


le_stab

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