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fragen zum alten basel


Der Rhätische Hof


Frau P. / 02.03.2007:

Ich suche weitere Informationen zum Rhätischen Hof an der Arnold Böcklin-Strasse 1 in Basel. Mich interessiert einerseits die Erbauerin, Frau Mary Pradella-Burckhardt, andererseits ihr Mann. Wer war das genau? Wissen Sie sonst noch etwas über das Palais als solches?


Antwort von altbasel.ch:

Der rhätische Hof wurde vom deutschen Architekten Max Läuger im Auftrag der Musikmäzenin Dr.Marie Annie Pradella-Burckhardt 1923/24 erbaut. Läuger stammte aus Lörrach und wurde 1864 geboren. Sein Hang zu klassischen Säulen manifestiert sich in Basel an deutlichsten an der Fassades von Küchlins Varieté-Theater in der Steinenvorstadt 55. Bei dem 1911/12 entstandenen Gebäude war Läuger für die Inneneinrichtung und den Fassadenentwurf zuständig.

Von Max Läuger stammen auch die Entwürfe für die Glasmalereien in der Pauluskirche. Wenige Schritte von dieser Kirche entfernt schuf er schliesslich den besagten Rhätischen Hof. Mit seinem durch dominante Säulen betonten klassischen Einschlag hebt sich das Bauwerk deutlich von anderen Bauten jener Epoche im Quartier ab, und bildet dort beinahe ein wenig ein Kuriosum. Die Bauherrin war betuchte Basler Witwe Marie (auch Mary) Annie Pradelle-Burckhardt.

der rhätische hof an der arnold böcklin strasse

Sie galt in der Musikwelt Basels als grosse Mäzenin und belebte ihren Rhätischen Hof mit manch üppiger Musiksoireé, und versorgte so gleichsam die Stadt mit allerlei Stoff für Klatschgeschichten. Leider habe ich in meinem Archiv nichts näheres zur besagten Dame oder ihrem Gatten gefunden. Ich hoffe dennoch dass ich Ihnen einige wenige Informationen geben konnte.


Literatur:

Rolf Brönnimann, Villen des Historismus in Basel, 1982, Birkhäuser Verlag, ISBN 3-7643-1367-6, Seite 108

Das Paulusquartier in Basel, Publiziert in Bericht 1974-77 der Freiwilligen Basler Denkmalpflege, 1978, Druckerei Cratander AG Basel, Seiten 33 und 34

Dorothee Huber,Architekturführer Basel, 2.Auflage 1996, Herausgegeben vom Architekturmuseum in Basel, ISBN 3-905065-22-3, Seite 182

Othmar Birkner/Hanspeter Rebsamen, Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850-1920: Basel, 1986, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Seite 125

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