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Der Hasenbrunnen
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Hasenberglageplan

Tram 1 und 8 - Zoo Bachletten / Tram 6 - Holbeinstrasse


Ein Kind der 1866 eingeführten Druckwasserversorgung ist der Hasenbrunnen an der Holbeinstrasse. Er entstand 1867 und hatte einen Bruder der seinen Standort an der Grenzacherstrasse erhielt. Beide Brunnen wiesen einen ovalen vasenartigen Trog und einen Brunnstock in Gestalt eines vierseitigen Pfeilers auf. Unter dem Ausgussrohr war bei beiden das Baujahr 1867 eingehauen, bloss beim krönenden Säulenschmuck unterschieden sich die beiden Brunnen.

der hasenbrunnen am hasenberg

Der Hasenbrunnen an der Ecke Holbeinstrasse/Hasenberg mit seinem gegossenen Hasen und dem Trog aus der solothurner Werkstatt Bargetzi.

Während der Brunnen an der Grenzacherstrasse einen Basilisken als Gussplastik auf seiner Säule trug, krönte den Brunnen an der Holbeinstrasse die gegossene Skulptur eines Hasen. Zu bemerken sei, dass der Hasenbrunnen erst an der Mostackerstrasse stand, um sich dann an der Holbeinstrasse zu erheben, und dies ohne seinen Standtort zu wechseln. Die Strasse wurde nämlich 1875 umbenannt und der Name Mostackerstrasse anderorten vergeben.

Der Hasenbrunnen am Kopf des Hasenbergs lag in der Nachbarschaft der mittlerweile verschwundenen Hasenburg, einer Liegenschaft am Hasenberg die ihren Namen von einem früheren Landgut hatte. Der Name Hasenberg erscheint erstmals 1845, während die offizielle Namensgebung 1861 erfolgte. Der sechs Jahre später aufgestellte Hasenbrunnen fügte sich also wunderbar in die Konzentation von Hoppeltieren in der Namensgebung.

Eine Aktennotiz liefert ein Indiz für den mutmasslichen Vater des Hasens, denn sie sagt aus dass ein L.Burckhardt 150 Franken für das Gussmodell des Hasen erhalten habe. Es ist naheliegend dahinter Ludwig (genannt Louis) Burckhardt zu vermuten. Er liebte die bildende Kunst und die Jagd und hatte sich für die berufliche Laufbahn des Künstlers entschieden, bis zu Beginn der 1830er Jahre ein elterliches Machtwort diese Karriere beendete.


Schöpfer der Hasenskulptur?

Aus gutem Hause durften eben damals nach einigen Vorstellungen keine Maler erwachsen. Also griff Louis fortan nebenberuflich zum Pinsel um Landschaften und Jagdstilleben zu malen. Das Motiv des Hasen fügte sich hier perfekt zum Schaffen des verhinderten Künstlers. Den Gipsabguss für den Hasen schuf der italienische Alabasterhändler Nicolo Serafini, den Trog schuf die auf 1741 zurückgehende Bildhauerei Bargetzi in Solothurn.

Unser Hase hat eine stille Besonderheit, er verkleidet sich zuweilen. Begonnen hat es im 20.Jh als das Drogistenehepaar Wilhelm und Alice Tschopp-Müry dafür sorgten, dass Meister Lampe zu Ostern einen Blumenkranz um den Hals bekam. Wilhelm war der letzte Eigentümer und Bewohner der oben genannten Hasenburg am Hasenberg. Ab 1964 übernahm es Frau Nelly Rupe-Manrau den Hasen auf dem Brunnen zu Ostern angemessen zu schmücken.

Nunmehr trug er jeweilen eine seidene Schleife um den Hals und einen Tragekorb aus Weideruten auf dem Rücken. Letzterer zog immer wieder die Neugier von Mädchen und Buben aus dem Quartier auf sich, die kletternd nachsahen ob in den Körbchen wirklich Eier drin seien. Später lagen die Eier zu Ostern unter den Hinterpfoten, und heute kann man den Hasen jeweils im Dezember auch in einer roten Samichlausenkutte antreffen.



Querverweis zum Thema:

>> Basel und seine Wasserversorgung



Beitrag erstellt 29.12.06 / Quellen nachgeordnet 16.06.09

Quellen:

primär genutzte

Arthur Burger, Brunnengeschichte der Stadt Basel, herausgegeben vom Verkehrsverein Basel, Basel, 1970, Seite 134

Robert Balthasar Christ und Peter Heman, Zauber der Basler Brunnen, Birkhäuser Verlag, Basel, 1967, Beitrag 27

Eugen Alfred Meier, Basel in der guten alten Zeit, Buchverlag Basler Zeitung, Basel, 1972, ISBN 3-7643-0641-6, Seiten 107 und 108


sekundär genutzte

André Salvisberg, Die Basler Strassennamen, Christoph Merian Verlag, Basel, 1999, ISBN 3-85616-104-X, Seiten 201 bis 202

ckdt (Basel) - Streiflichter auf Geschchte und Persönlichkeiten des Basler Geschlechts Burckhardt, Herausgegeben von der Burckhardtschen Familienstiftung, Buchverlag Basler Zeitung, Basel, 1990, ISBN 3-85815-204-8, Seiten 265 bis 267

engel

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