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Burkhard von Fenis
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Burkhard wurde um 1040 als Sohn des burgundischen Grafen Ulrich von Fenis geboren. Der Stammsitz der Familie war die Burg Vinelz am Bielersee, aus deren Name sich auch der Titel "von Fenis" entwickelte. Die Ausbildung zum Geistlichen genoss Burkhard in Eichstätt an der Domschule. Spätestes um 1069 ist er in Mainz als Kämmerer des Erzbischofs Siegfrieds I. nachgewiesen.


Ein Gefolgsmann des Königs

Im Jahre 1072 erhob ihn König Heinrich IV. (1050-1106) aus dem Geschlecht der Salier zum Bischof von Basel. Heinrich und Burkhard sollte bis zu ihrem fast gleichzeitigen Ableben eine tiefe Freundschaft verbinden. Sie hatten einen gemeinsamen Gegner, Papst Gregor VII. dem sie sich im sogenannten Investiturstreit entgegenstellten, nachdem sich Heinrich dem päpstlichen Verbot der Laieninvestitur widersetzte. Als loyaler Freund der Königs stand Burkhard auf dessen Seite und riss sein Bistum in diesen Streit hinein.

Burkhard nahm 1076 an der Synode zu Worms teil, wo die Absetzung des Papstes ausgesprochen wurde. Dafür bemühte er sich um die Zustimmung des Episkopats auf der Synode von Piacenza. König Heinrich traf der Zorn des Papstes - er wurde mit seinen loyalen Gefolgsleuten, unter ihnen Burkhard von Fenis, mit dem Bann belegt. In den Landen des gebannten Königs witterten seine Feinde Morgenluft und wählte einen Gegenkönig.


Der Gang nach Canossa

Um aus seiner diffizilen Situation herauszukommen, begab sich der König 1077 zum Papst um demütig um Vergebung zu bitten, auf dass der Bann von ihm genommen werde. An seiner Seite ging auch der Bischof von Basel, Burkhard von Fenis, nach Canossa. Dort standen sie im Büssergewand im Schnee und flehten bis der Papst zufrieden war und den Bann von ihnen nahm. Dann zog Burkhard mit König Heinrich in den Kampf gegen Rudolf von Schwaben, der sich zum Gegenkönig erhoben hatte.

Im Jahr 1084 zog König Heinrich IV. nach Rom um die Stadt zu erobern und sich dort einen eigenen Papst zu machen. Erzbischof Wibert von Ravenna wurde zum Gegenpapst geweiht und Heinrich wurde zum Kaiser gekrönt, derweil der legitime Papst Gregor VII. als Gefangener in der Engelsburg schmorte. Stets war des Kaisers Freund Burkhard von Fenis zugegen. Burkhard erhielt von Heinrich für seine Treue bereits 1080 die Grafschaft Härkingen im Buchsgau. Vier Jahre später kam im Elsass das Schloss Rappoltstein dazu, und 1095 bekam er von Heinrich die Abtei Pfäfers im heutigen Kanton St.Gallen.


Das Kloster St.Alban

Als Bischof von Basel erfüllte Burkhard von Fenis der Stadt einen dingenden Wunsch. Man hatte schon länger darüber geklagt, dass eine Stadt von der Grösse Basels lediglich das Domstift besässe, während andere Bischofsstädte wenigstens drei Klöster hätten. Um dies zu ändern trat Burkhard 1083 an den befreundeten Abt des bekannten burgundischen Klosters Cluny heran, mit der Bitte einige Mönche nach Basel zu schicken. Es kamen deren zwölf und im St.Albantal wurde das erste Kloster Basels errichtet.

Es wurde lange behauptet, dass die Klostergründung in Basel durch Burkhard als Busse für die Benediktinerverfolgung in Moutier-Grandval während des Investiturstreites geschehen sei. Dies ist aber eher eine schöne Legende. Auch nannte man den Bischof bis ins 20.Jh Burkhard von Hasenburg, was seine Wurzeln laut einigen Quellen in einer verwandtschaftlichen Verflechtung, laut anderen im Übername "Hasenburg" der nunmehr weitgehend verschwundenen Burg Vinelz gehabt haben soll.

Heute hat sich die Titulierung "von Fenis" nach dem Herkunftsort durchgesetzt. Eine Verwechslung hingegen war die gelegentliche Nennung des Bischofs als Burkhard von Flims. Das neu gegründete Prioriat St.Alban wurde von Burkhard grosszügig mit Stiftsgütern und Pfarreirechten bedacht, damit es wachse und gedeihe. Es ergab sich bald ein zusammenhängender Klosterbezirk der sich vom heutigen St.Alban-Graben bis hinunter an die Birs erstreckte. Dazu kamen Ländereien im Elsass und im Breisgau.


Die Burkhardsche Stadtmauer

Mit Burkhards Name ist jedoch noch ein anderes Werk verbunden, die Burkhardsche Stadtmauer. Er liess eine schützende Mauer erbauen, welche nicht bloss den traditionell behüteten Münsterhügel umschloss - sie umfasste gleichsam auch die im Birsigtal zu Füssen des Hügels liegende Siedlung der Handwerker, ja sogar die Kirchen St.Leonhard und St.Peter. Es sollte die einzige Stadtmauer bleiben, die vom Namen her speziell mit einer Person verbunden war.

Burkhard hinterliess nicht nur in Basel seine Spuren. Er liess um 1100 auf einem Hangvorsprung des Jolimonts die Burg Erlach erbauen während sein Bruder Kuno, der übrigens von 1093 bis 1103 Bischof von Lausanne war, die Abtei Erlach stiftete. Damit legten die Brüder den Grundstein für das später entstehende Städchen gleichen Namens. Bischof Burkhard von Fenis starb am 12.April 1107. Er hatte vieles für die Stadt am Rheinknie getan und wurde daher als der erste grosse Bischof Basels bezeichnet.




Querverweise:

>> Beitrag zu Bischof Waldo
>> Beitrag zu Bischof Haito
>> Beitrag zu Bischof Adalbero II.
>> Beitrag zu Bischof Heinrich von Thun
>> Beitrag zu Bischof Heinrich von Neuenburg
>> Beitrag zu Bischof Heinrich von Isny
>> Beitrag zu Bischof Peter Reich
>> Beitrag zu Bischof Gerhard von Wippingen
>> Beitrag zu Bischof Hartung Münch von Landskron



Literatur:

René Teuteberg, Basler Geschichte, 2.Auflage 1988, Christoph Merian Verlag, ISBN 3-856-16-034-5, Seiten 100 bis 103

Fritz Meier, Basler Heimatgeschichte, 5.Auflage 1974, Lehrmittelverlag des Kantons Basel-Stadt, Seiten 57 bis 58 und 69

Benedikt Bury, Geschichte des Bistums Basel und seiner Bischöfe, 1927, Buch- und Kunstdruckerei Union AG, Seiten 33 bis 37

Emil Major, Bauten und Bilder aus Basels Kulturgeschichte, 1986, Verlag Peter Heman Basel, Seite 21

Paul Kölner, Anno dazumal, 1929, Lehrmittelverlag des Kantons Basel-Stadt, Seiten 5 bis 8

Christoph Philipp Matt, Rund um den Lohnhof, Archäologische Denkmäler in Basel Band 2, 2002, Archäologische Bodenforschung BS, Seiten 4 bis 5

Friedrich Wilhelm Bautz, Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band I Spalte 814, publiziert im Internet unter: http://www.bautz.de/bbkl/b/burchard_b_v_b.shtml

Lexikon des Mittelalters Bd. II Spalte 1104. - publiziert im Internet unter: http://www.mittelalter-genealogie.de

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