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Historische Basler Zeittafel

4.Teil - 1692 bis 1833
1700 Der Rat beschliesst für sechs Jahre niemandem das Bürgerrecht zu vergeben. Auch aus wirtschaftlichen Gründen wehren sich viele Basler gegen die Aufnahme Fremder und Niedergelassener.
1706 Der Rat entscheidet dass für weitere sechs Jahre keine neuen Bürger in Basel aufgenommen werden sollen. Ausgenommen sind "qualifizierte Subjekte" von denen sich die Stadt besonderen Nutzen verspricht.
1715 Die Stadt verbietet bei Leib- und Lebensstrafe fasnächtliches Maskentreiben und dergleichen Mummereien.

Siehe auch > Dossier zur Basler Fasnacht

1718 Ein Erlass des Rats verschliesst künftig für jedermann das Bürgerrecht. Das Ausbleiben frischer Impulse von Aussen wirkt sich folglich zunehmend negativ auf die Basler Wirtschaft aus.
1719 Die Rechtsordnungen aus mittelalterlichen Zeiten werden durch die Basler Stadtgerichtsordnung ersetzt. Diese wird formell Geltung behalten bis zur Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 1912.
1762 Ratsschreiber Isaak Iselin legt mit einem Kreis Gleichgesinnter überzeugend dar, dass Basel ohne neue Bürger verkümmert. Am 26. April beschliesst der Rat das Bürgerrecht wieder zu öffnen.
1763 Die seit April 1762 erfolgenden Aufnahmen neuer Bürger stossen in einflussreichen Kreisen auf heftigen Widerstand. Der grosse Rat beschliesst die Beendung der Aufnahmen. Im Dezember wird entschieden bis 1770 keine neuen Bürger mehr aufzunehmen.
1770 Die Stadt hält das Bürgerrecht weiterhin verschlossen. Das Verbot der Aufnahme neuer Bürger wird um ein weiteres Jahrzehnt bis 1780 verlängert.
1777 Isaak Iselin gründet die "Gesellschaft zur Aufmunterung und Beförderung des Guten und Gemeinnützigen", heute GGG mit Sitz im Schmiedehof.
1782 Mit Franz Joseph Sigismund von Roggenbach besteigt der letzte Fürstbischof von Basel den Bischofstuhl in Porrentruy. Nach ihm residieren keine Bischöfe mehr in dieser jurassischen Stadt.
1790 Unter dem Eindruck der Französischen Revolution hebt der Grosse Rat die in der Praxis nicht mehr existierende Leibeigenschaft der Baselbieter Untertanen rechtlich auf.
1792 Die reichsdeutschen Teile des Fürstbistums werden von französischen Truppen besetzt. Der Bischof flieht im Mai aus Porrentruy, das im Jahr darauf Frankreich einverleibt wird. Er stirbt im Jahr 1794 in Konstanz.

Die Eidgenossenschaft schickt Truppen nach Basel um die Grenze gegen Frankreich zu sichern. Bis zu deren Abzug 1797 prägen die Truppen aus allen Kantonen der Schweiz das Stadtbild.

1795 Unter Vermittlung von Staatsschreiber Peter Ochs wird der Friede von Basel geschlossen. Preussen und Spanien scheiden in der Folge aus der euröpaischen Koalition im Krieg gegen Frankreich aus.
1797 Aus Italien kommend, reist General Napoleon Bonaparte zum Friedenskongress nach Rastatt. Am 24.November weilt er in Basel, wo er feierlich empfangen wird, bevor er gleichtags eilig weiterreist.
1798 Revolution in Basel. Neuverteilung der Macht ohne Blutvergiessen (der Titel "Gnädige Herren" verschwindet). Gleiche Rechte für Stadt und Land. Zünfte und Gesellschaften verlieren ihre Macht. Öffnung des Bürgerrechts.

Einmarsch französischer Truppen im Februar und Besetzung Basels. Die Eidgenossenschaft wird zur Helvetischen Republik und Basel zum einem abhängigen Verwaltungsbezirk. Beginn der Helvetik.

1803 Ende der Helvetik, Beginn der Mediation. Basel erlangt mit eigener Verfassung die Autonomie zurück. Im neuen Grossen Rat mit 135 Mitgliedern stellt das Land die Mehrheit. Rückkehr des Zunftzwangs.
1804 Zur Sicherstellung von Ruhe und Ordnung und zur Bewachung der Tore und Mauern wird nach dem Abzug der französischen Besatzer die Basler Standestruppe (Stänzler) formiert.

Siehe auch > Die Basler Standestruppe

1813 Am 21. Dezember beginnt der Durchmarsch der alliierten Truppen Russlands, Österreichs und Preussens gegen Napoleon. Bis in den Sommer 1814 ziehen fremden Soldaten durch Basel.
1814 Die Herrscher von Russland, Österreich und Preussen weilen im Januar in Basel und treffen sich im Blauen Haus am Rheinsprung. Mit dem Durchmarsch ihrer Armeen treten vermehrt Seuchen auf, die bis ins Jahr 1815 in Basel wüten.

Ende der Mediationszeit, Beginn der Restauration. Basel gibt sich am 4. März eine neue Verfassung. Die Stadt sichert sich mit 90 Ratssitzen die Mehrheit - die Landschaft hat mit nur 60 Sitzen das Nachsehen.

1815 In der Folge des Wiener Kongresses erhält Basel Gebiete des 1792/93 aufgelösten Fürstbistums. Das Birseck mit seinen neun Gemeinden ist ab dem 26. Dezember Basler Territorium.

Basel wird von der französischen Festung Hüningen beschossen. Eidgenössische und Alliierte Truppen kommen erneut in die Region. Bau der Batterie auf dem Bruderholz.

Siehe auch > Batterie auf dem Bruderholz

1816 Am 21. Juni wird das Gesetz zur Einrichtung einer Kantonspolizei erlassen. Während in der Stadt Polizeimänner zuständig sind, werden auf dem Land 15 Posten des Landjägerkorps eingerichtet.
1819 Am 4. August findet die letzte Hinrichtung in Basel statt. Die Strassenräuber Ferdinand Deisler, Xaver Herrmann und Jakob Föller werden zum "Kopfabheini" vor dem Steinentor gebracht, wo sie Henker Peter Mengins vor etwa 20'000 Zuschauern enthauptet.

Siehe auch > Wer war der Kopfabheini?

1829 Erstmals werden mit der Publikation der Staatsrechnung die früher geheim gehaltenen finanziellen Verhältnisse von Basel öffentlich gemacht.
1830 Am 26. Oktober wird Bürgermeister Wieland eine Petition von 40 Landbürgern überreicht. Sie fordert die Revision der Verfassung im Sinne von Freiheit und Gleichheit. Bislang ist das Land gegenüber der Stadt in der Regierung untervertreten.
1831 Am 7. Januar bildet sich die erste provisorische Regierung der Landschaft. Bevor die vom Grossen Rat am 4. Januar (unbefriedigend) revidierte Verfassung dem Stimmvolk vorgelegt werden kann, kommt es zu Unruhen auf der Landschaft.

Auf die Bildung der provisorischen Regierung reagiert die Stadt mit militärischem Eingreifen. Gewaltsame Vorfälle führen zur Entsendung eidgenössischer Truppen in die Region zur Sicherung der Ordnung.

Eine Volksabstimmung am 23. November soll klären ob die Landschaft bei der Stadt verbleiben will. Ein Wahlboykott der landschäftler Opposition verhindert ein klares Votum. Basel droht jenen Gemeinden die nicht klar für die Stadt stimmten Repressalien an.

1832 Der Grosse Rat entzieht rebellischen Landgemeinden auf den 15. März die öffentliche kantonale Verwaltung. Zwei Tage darauf konstituiert sich in Liestal der Kanton Basel-Landschaft. Wahl einer provisorische Regierung.

Am 7. April endet ein militärischer Auszug von Basler Truppen mit der Plünderung von Gelterkinden durch Rebellen. Am 4. Mai nimmt das Baselbieter Volk die Verfassung des neuen Kantons an. Am 14. September wird der Kanton von der Tagsatzung anerkannt.

Die eidgenössischen Truppen verlassen den neuen Kanton. Basel-Stadt verspricht am 20. Oktober allen stadttreuen Gemeinden auf der Landschaft militärische Hilfe im Falle der Bedrängnis.

1833 Zuspitzung des Konflikts. Niederlage der Stadttruppen beim Auszug zur Unterstützung loyaler Gemeinden am 3. August. Die Eidgenössische Tagsatzung spricht am 26. August die Trennung in zwei Halbkantone aus.

Siehe auch > Mythos Hülftenschanze - der 3. August 1833

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