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Der Grabeneckbrunnen
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Petersplatzlageplan grabeneckbrunnen

Tram-/Bushaltestellen: Universtität, Spalentor


Beim Petersgraben gab es seit 1539 einen Brunnen am Petersplatz. Eine Ansicht des Platzes von Matthäus Merian dem Älteren (1593-1650) aus dem Jahr 1642 zeigt ihn als Brunnen mit einem achteckigen Trog. Die untere Partie des Brunnstocks besteht aus quadratischen Elementen auf der ein zylinderförmiges Element mit vier Löwenköpfen ruht. Der Säulenschaft darüber zeigt vier Tierköpfe. Den Abschluss bildet ein Säulenknauf den eine Kugel krönt.

der brunnen von 1539

Der Renaissancebrunnen des 16. Jahrhunderts auf dem Petersplatz um 1642 | Stich von Matthäus Merian aus Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae

Der Brunnen mit Sudeltrog, verschwand 1779. Nachdem das nahe Zeughaus bei einem Brand im August 1775 zerstört wurde, entstand an seiner Stelle ein Neubau im zeitgemässen Stil. Nach dessen Vollendung wurde der Platz von Wilhelm Haas (1741-1800) neu gestaltet, mit gleichmässigen Wegen und Baumreihen. Der alte Brunnen von 1539 wurde entfernt und durch einen Nachfolgerbrunnen ersetzt, der nunmehr an der Nordostecke des Petersplatzes zu stehen kam.

Dieser neue Brunnen sollte den Namen des Hauses erhalten, welches ihm am nächsten stand. Der einst als Graben der hochmittelalterlichen Stadtmauer angelegte Petersgraben war als Folge des Baus der neuen äusseren Stadtmauer nach dem Erdbeben 1356 allmählich zugeschüttet geworden. Er wurde zu einer Strasse zwischen Totentanz und Spalenvorstadt. Es blieb der Name "Petersgraben". An der anstossenen Nordostecke des Petersplatzes entstand 1767 ein Haus.

Sinnigerweise bekam das Haus Petersplatz Nr. 20 den Namen "Grabeneck". Nach dem der Petersplatz-Brunnen von 1539 weg war, kam an seine Stelle im Jahr 1779 der Grabeneck-Brunnen. Er wurde im Stil Louis XVI gestaltet und begegnet bis heute seinen Besuchern als eine Schöpfung des Rokoko. Der Achteckstrog ist mit nach aussen gewölbten Seiten versehen. Die beiden Längsseiten tragen das eingehauene Baslerwappen und die Ecken weisen Pilasterkonsolen auf.

Zum Petersgraben hin erhebt sich der Brunnstock, den eine mit Florstoff geschmückte Urne krönt. Am anderen Ende des Trogs befindet sich gegenüber dem Stock der Sudeltrog. Der Grabeneckbrunnen steht seit 1915 unter Denkmalschutz. Mit dem Brunnen beim Stachelschützenhaus bildet er ein Duo, das um den Petersplatz Erfrischung bietet. Jeweils am Samstag scharen sich um seinen Trog die Flohmarktstände und in der warmen Jahreszeit ist er ein beliebter Badebrunnen.

der brunnen von 1779

Der Grabeneckbrunnen von 1779 wie er heute (2021) am Petersplatz zu sehen ist. Im Hintergrund St.Peters jenseits des Petersgrabens.

Zusammenfassung

Gegenüber von St.Peter gab es am Petersplatz bereits 1539 einen Brunnen mit Achtecktrog. Nach dem Zeughausbrand 1775 wurde der Platz umgestaltet. Der alte Brunnen wurde 1779 durch ein Modell im Stil Louis XVI ersetzt. Seinen Namen "Grabeneckbrunnen" erhielt er vom 1767 erbauten Haus zum Grabeneck, das an der Ecke zum Petersgraben errichtet wurde. Der Rokoko-Brunnen mit einer geschmückten Urne auf dem Brunnstock wurde 1915 unter Denkmalschutz gestellt.


Beitrag erstellt 13.09.21

Quellen:

Emil Blum / Theophil Nüesch, Basel Einst und Jetzt, Eine kulturhistorische Heimatkunde (Textband), Verlag Hermann Krüsi, Basel, 1913, Seiten 18 bis 19 (Petersplatz)

Arthur Burger, Brunnengeschichte der Stadt Basel, herausgegeben vom Verkehrsverein Basel, Basel, 1970, Seiten 74 (Petersplatzbrunnen) und 97 (Grabeneckbrunnen)

Robert Balthasar Christ und Peter Heman, Zauber der Basler Brunnen, Birkhäuser Verlag, Basel, 1967, Beitrag 4 (o.S.)

Eugen Anton Meier, Basel Einst und Jetzt, 3. Auflage, Buchverlag Basler Zeitung, Basel, 1995, ISBN 3-85815-266-3, Seiten 220 bis 221

engel

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