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Es freut mich Sie auf altbasel.ch begrüssen zu dürfen. Das Anliegen dieser Website ist es, die Vergangenheit Basels online greifbar zu machen. Natürlich kann eine Website kein gutes Buch ersetzen, weshalb die Quellenverweise der einzelnen Beiträge als Wegweiser zum gedruckten Wort verstanden werden möchten. Doch da Sie schon mal hier sind, lade ich Sie zum Verweilen ein.

Die Abteilungen von altbasel.ch bieten Beiträge zu verschiedenen Themen rund um die Basler Lokalgeschichte. Unter "dossiers" finden Sie etwa eine Auswahl von Abhandlungen zu lokalem Brauchtum wie Vogel Gryff und Fasnacht oder auch Biographien altbaslerischer Personen. Das letzte Update ist ein komplett überarbeiteter Beitrag zum Architekten Melchior Berri.

Roger Jean Rebmann, altbasel.ch

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Die Sache mit den zwei Kuchen

Ist Ihnen eigentlich schon klar, wie perfide lautlos sich das Blatt wenden kann? Heute noch schreitet man mit makelloser Reputation und glänzendem Ruf durch die Welt, und morgen kann ihnen das was Sie aktuell zum geachteten Menschen macht zum kantigen Stolperstein werden. Da rauscht ein wahrhaftiger Klingenhain baumelnder Damoklesschwerter über unser aller Häupter, und wir hoffen bloss, das Zeug falle nur andern auf den Kopf.

Denken Sie einmal an die Wehrpflicht. Vor einigen Jahrzehnten noch, galt ein Wehrmann mit Dienstwaffe im Wandschrank als das Ideal des Demokraten, Vaterlandsverteidigers und Beschützers seiner Familie, umflort vom Glorienschein der Landi39. Heute wird ein Mann in selber Lage als potentieller Amokläufer, Mörder von Frau und Kindern und als bewaffnete Gefahr für die Allgemeinheit wahrgenommen. Der Zeitgeist macht den Unterschied.

Natürlich sind beides Zerrbilder. Sowohl der heroische Wehrmann wie auch der mordlüsterne Sturmgewehrpapi haben nie als Massenerscheinung existiert. Dennoch wird die Masse durch sie geprägt. So ein Statuswandel kann dem unflexiblen Gemüt schon zusetzen. Gestern noch Première Dame im Elyseepalast, und heute schon abgelegte Geliebte im Versailler Exil; mit besten Grüssen von Joséphine de Beauharnais. Sowas stört den Lebensentwurf.

Ebenso ergeht es dieser Tage gerade den Pendlern. Vor noch nicht allzu langer Zeit sah man sie selbst in der Landesregierung als brave Arbeitnehmer/innen, die zur Steigerung des Bruttosozialprodukts stundenlange Arbeitswege in Kauf nahmen, und damit selbstlos Freizeit mit der Familie opferten. Mittlerweile gelten Pendler als Belastungsfaktoren, die durch ihren Hang zur täglichen Mobilität Strassen und ÖV ungebührlich belasten.

Wohlgemerkt: Selber Kuchen und selbe Backform - Gestern noch begehrter Renner zum Kaffeekränzchen; heute ungeniessbare Kalorienbombe die verboten gehört. Ganz Findige fordern von Pendlern bereits, sie sollten gefälligst mit Sack und Pack dorthin ziehen wo ihr Job ist. Damit wird unverblümt nach dem selben Rezept verlangt, mit dem chinesische Wanderarbeiter zur gesichtslosen Manövriermasse der Wirtschaft degradiert werden.

Auch dem angeheiterten Freier, der mit Alkohol im Blut, Geld in der Brieftasche und einem Übermass an Selbstvertrauen in der Hose, gleich einen Harem von leichten Mädchen anheuert, blühen harte Zeiten. Die käufliche Liebe wird gerade vom einer Dienstleistung zur modernen Sklaverei umgedeutet, und der triebgetriebene Kunde wandelt sich vom lüsternen Konsumenten zum skrupellosen Plantagenaufseher. Der selbe Kuchen mit neuer Verpackung.

Selbstverständlich wusste schon Schopenhauer, dass der stete Wechsel die einzige Konstante des Daseins ist. Aber unsere Gesellschaft ist dermassen kurzlebig geworden, dass manch einer schon von der Stoßstange des rasenden Wandels in den Strassengraben befördert wurde, bevor er die heranrauschende Gefahr überhaupt mitbekam. Das kann Ihnen womöglich im Sattel eines Elektrofahrrads auch blühen, das in abgasgeplagten Städten als Segen gilt.

Es könnte der Moment kommen, in dem sich die Stromkonsumenten so weit vermehrt haben, dass uns weder Reaktoren noch Solarpanels vor schmerzhaften Engpässen bewahren. Dann wird die stromunterstützte Tretmühle unvermittelt zum Verbrechen auf Rädern; zum Symbol eines egomanischen Mobilitätswahnes auf Kosten des Kollektivs, und seiner Steckdosen. Plötzlich steht der einst Umweltbewusste als Antichrist himfelf da.

Worauf ich mit meinen wilden Ritten durch das Vokabular hinaus will ist dies: Was heute spät abends noch als recht und gut daherkommt, kann sich am frühen Morgen Ihres nächsten Lebensabschnitts schon als Ausgeburt des Bösen präsentieren. Und dabei hat man noch nicht mal mitbekommen wie das passieren konnte. Wie können Sie bei solchen Aussichten überhaupt noch ruhig schlafen?

zwei kuchen

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